LuCi
Tagchen,
ich war in der Berufsschule und habe die Wende verpennt

...Morgens dann kamen die ersten Berufsschüler mit ihren DDR Persos und zeigten Ihr Visum etc... War geil...Berufsschule war für den Rest der Woche gelaufen....
Und die Zeit der Wende war für mich als Bewohner der Grenzregion (15 km von der innerdeutschen Grenze) geil... bis auf den Umstand das ich von der Berufsschule kommend immer so 1 Stunde brauchte um nach Hause zu kommen... Grenzstau bis vors Ortschild...
Aber wenn ich an das erste Mal Hamburg denke (mit 50 DM in der Tasche) und jepp...Auch die Partys ab dem Tag der Grenzöffnung waren der Hammer... Nunja von meinen 100 DM habe ich mir gekauft:
-1- Walkman
-1- Schallplatte (Coroner)
-1- Six Pack Feldschlößchen (nie wieder so ein Bier bitte!!!!)
-1- Schachtel Marlboro...
tja und der Rest ging in HH drauf... *lach*....
Jedenfalls bin ich heute Froh das es so gekommen ist wie es gekommen ist!!! Und ich bin Froh meine Jugend im Osten erlebt zu haben...gleichwohl ich Froh bin die weiteren Jahre im geeinigten Deutschland verbringen zu dürfen!!!!
Jeremin
OT: das schweizer feldschlösschen bier? kann/konnte man das in DE kaufen?
Flachzange
Meinereiner saß mit Gänsehaut vorm Fernseher als die ersten Bilder mit den Menschenmassen kam, die durch die Grenztore "quollen". Obwohl ich damals noch nicht alle Zusammenhänge kapiert habe war mir klar, dass da gerade was bedeutendes passiert.
wgs./w@Lly
Soweit ich mich erinnern kann saßen meine Eltern am Weltempfänger und waren sehr ergriffen, denn wir haben Verwandschaft in Dresden. (Wir lebten zum Zeitpunkt des Mauerfalls in Mexiko).
Mir selbst war das damals noch nicht allzu bewusst was da gerade passierte, war auch noch recht jung.
bangingbernie
Wenn ich mich recht erinnere, saß ich in meinem Stammlokal vor einem Weizenbier und fand es sehr interessant - mehr aber auch nicht.
klinter
Wie habt Ihr die Wende erlebt?
garnicht
clutzi
da war ich 11jahre alt und hatte nen "sorgenfreies" leben. ich fand das alles sehr aufregend, soviele neue sachen die man vorher nicht kannte. trotzdem bin ich stolz sagen zu können "ich bin in der ddr geboren!"
was ich persönlich aber zum kotzen finde ist, das es nach 20 jahren immer noch solche groben unterschiede gibt wie z.b. den stundenlohn zwischen ost und west. schätze das wird leider auch noch die nächsten generationen noch spüren.
Hippie
Mommentchen kurz:
wir haben Euch alles bezahlt die letzten 20 Jahre (mal abgesehen von dem, was wir Euch all die Jahre unter dem SED Regime so zugeschantzt ham'), und nun wollt Ihr in den paar Arbeitsjahren die gleiche Kohle wie diejenigen, welche sich den Lohn in über 45 Jahren hart erarbeitet haben?
Ich kann's verstehen wenn heut' die Leute immer noch der "alten" BRD nachweinen - schließlich wurde und gesagt:"Die Einheit kostet den Steuerzahler keinen Pfenning"...(Thema "sorgenfreies Leben")
Und heute zahlen wir immer noch den Soli...
Wie soll ich meinen Kindern die Nummer mit dem Begrüßungsgeld erklären?
6Mrd D-Mark ausgegeben für 20 Millionen Ostdeutsche? Da sollte doch jeder nur 100 D-Mark ( oder waren's 200? - kann mich nimmer genau erinnern ) bekommen (was für mich völlig unverständlich ist da ich bei der Einreise in die DDR Zwangstausch machen musste?!?)
Wie auch immer, solange Menschen leben, die die Trennung noch im Sinn ham', wird die Mauer in den Köpfen bestehen bleiben...
Ich persönlich habe damals meinen aufkeimenden Zorn ertänken müssen um mich wieder zu beruhigen...
Ich möchte niemanden beleidigen oder zu nahe treten, Fakt ist dennoch: wäre die DDR ein profitables "Geschäft" für die Russen gewesen, hätten wir heute immer noch ein geteiltes Deuschland!
In diesem Sinne
clutzi
lol nehms mir nicht übel aber die "brd" war genauso am ende wie die ddr und das sich einige von der brd die taschen vollgemacht haben mit der übernahme ddr-betriebe die sie dann nach und nach runtergewirtschaftet haben mit anschliesenden verkauf davon will keiner was wissen!!! mal ne andere frage: bist nur nen kleines kind oder schon erwacksen?!?! jeder und damit mein ich jeden! hat sein tribut bezahlt und die ostdeutschen haben im endefekt mehr bezahl als die westdeuschen. junge die neuen bundesländer sind immernoch die länder mit den höchsten lebenshaltungskosten überhaupt und den geringsten löhnen und jetz kommst du!!! meine fresse...
ps: viele sachen aus dem osten waren wirklich sehr gut, waren falsch verkauft anschliesen "abgeschaft" und heute wieder neu erfunden.
LuCi
eh Leutz...kommt mal wieder Runter.... So war der Thread nicht gedacht... Das es hier und dort Diskrepanzen gibt steht ausser Frage...die werden wir aber nit hier lösen können!!!! Da kann man nur hoffen das unsere Generation die Sache relaxt sieht...das was nach uns kommt tangiert die Frage Ost oder West schon nit mehr...! Ergo...einfach gaaaaaaaaaaaanz Relaxt und was habt Ihr gemacht?
clutzi
so hab ich das eigentlich auch garnet gemeint, ich kann mich drann errinern das die damalige regierung sagte nach spätestens 10 jahre ist alles angeglichen. jetzt sind 20 jahre rum und es sind immernoch so krasse unterschiede.
ich geh arbeiten hab am monats ende nicht viel übrig obwohl ich sparsam lebe und muß dann sowas lesen, sorry aber da geht mir echt die hutschnur hoch.
edit: ich hab auch viele bekamnte aus den alten bundesländern wo ich einges bestätigt bekommen habe was in mein vorherigen post steht aber so eine beleidigtende/arogante aussage hab ich von denne nie bekommen und wir reden tacheles.
crossshooter
Ich bin sehr froh, dass es die Wende gab. Auch wenn sie ihre Opfer gefordert hat.
Original von clutzi
die neuen bundesländer sind immernoch die länder mit den höchsten lebenshaltungskosten überhaupt
Nö. Mit den Niedriegsten. Und das ist auch einer der Hauptgründe, warum die Reallöhne nicht steigen... Und weil die Reallöhne nicht steigen, bleiben die Lebenshaltungskosten niedrig.
Original von clutzi
und das sich einige von der brd die taschen vollgemacht haben mit der übernahme ddr-betriebe die sie dann nach und nach runtergewirtschaftet haben mit anschliesenden verkauf davon will keiner was wissen!!!
Seh ich anders. Ein Großteil der Betriebe, die pleite gegangen sind, waren im Kapitalismus einfach nicht konkurrenzfähig. War ja vorher auch nicht nötig. An denen konnte man sich nicht mehr groß bereichern. Eben auch solch ein Opfer der Wende... Aber ich gebe zu, Ausnahmen bestätigen die Regel.
just my 2 cents und so...
LuCi
Original von crossshooter
War ja vorher auch nicht nötig. An denen konnte man sich nicht mehr groß bereichern. Eben auch solch ein Opfer der Wende...
Das stimmt leider nicht ganz... Denn es gab...wie manche sich vielleicht erinnern können...die Bundesantalt für Wiederaufbau (oder so)... Durch diese Anstalt wurden alle in staatlicher Hand befindlichen Betriebe abgewickelt. Da es in der DDR nun einmal
kaum privaten Besitz in Form von Firmen gab.... wurden, sagen wir mal, 95% der Firmen über diese Bundesanstalt abgewickelt....
Und an eigener Haut miterlebt, mein Ausbildungsbetrieb und es kam bei fast jedem Betrieb der Vertickt wurde zu erheblichen Mauscheleien und persönlichen Bereicherungen. So wurden die meisten Betriebe mit Subventionen privatisiert. Waren die Subventionen aufgebraucht, so gab es den Betrieb im Normalfall nicht mehr. Mein Ausbildungsbetrieb mit 5 Betriebsteilen wurde im Gesamten z.b. an eine Hamburger Kleinfirma vertickt. Verkaufspreis 3 Mio. Wobei der geschätzte Wert (Immobilien, Grundstück, Technik im Betrieb) bei ca. 8 Mio DM lag... Es gab auch andere Interessenten die diesen Betrieb kaufen wollten (Firmen waren z.b. STIL und FFG HH, Aufteilung der Betriebsteile hätte erfolgen müssen) und der Verkaufspreis bei 7 Mio. lag... Und nein es wurde halt nicht an die Firmen verkauft die mehr Geld in die Kasse gebracht hätten... Die kleine HH Firma hat 2/3 des Betriebes vermietet, die Grundstücke und Technik verkauft und Leute nach Ablauf von Sperrfristen raus geschmissen und heute existiert der Betrieb natürlich nicht mehr.... Okay man könnte sagen das das ein Einzelfall war...aber dem war nicht so...
Man kann als Fazit der Nachwendezeit nun leider einmal sagen das im Gro der Schrott aus den alten Bundesländern in den Osten ging und sich dort persönlich bereicherte und das prägt nun einmal für die Bewohner der betroffenen Regionen das Bild von der "Siegermacht"... Wobei ich persönlich das nicht ganz so sehe... Aber gerade bei den "Alten" existiert leider diese Mauer in den Köpfen noch und wird teilweise durch Formulierungen in den Medien gefördert. Da muss man nicht immer in den Geldbeutel schauen... Man lese nur einmal die Zeitung mit diesen vier großen Buchstaben und die Formulierung mancher Artikel darin ist schon Hammer...
Aber wie gesagt wir als "Betroffene" mögen es noch etwas Eng sehen... Nehme ich z.b. meine 13 jährige Tochter...da ist das Ganze absolut kein Thema mehr.....
Gruß
Interceptor
Original von ftw||LuCi
... Denn es gab...wie manche sich vielleicht erinnern können...die Bundesantalt für Wiederaufbau (oder so)... Durch diese Anstalt wurden alle in staatlicher Hand befindlichen Betriebe abgewickelt.
Das war die "Bundesantsalt für Vereinigungsbedingte Sonderaufgaben"
In meiner "Kundschaft" hatte ich jemand, dessen Berufsbezeichnung "Fabrikant" war, der einen Betrieb in den neuen Ländern übernommen hatte .... und die BfVS .... ich kann euch sagen, die haben dem die Hosen runter gelassen. Im Ergebnis: Sein ganzes Vermögen ging dabei drauf (und das war nicht wenig), seine Frau vor lauter Sorgen krank geworden und anschließend gestorben ... heute lebt der ehemals vermögende Fabrikant von der Sozialhilfe.
Darüber möchte aber auch niemand was hören .... naja.
Wollen wir bitte keine Diskussion über pro und contra darüber führen ... die Fragestellung war "Wie habt Ihr die Wende erlebt".
Ich habe die Wende mit einerseits mit Sorgen und Begeisterung erlebt. Sorge: Mein Einberufungsbefehl für den Grundwehrdienst lag auf meinem Tisch .... und ein deutliches Knistern lag in der Luft.
Begeisterung: Einen bedeutenden Teil der dt. Geschichte miterleben zu dürfen, zu sehen wie sich ein Volk durchsetzt.
clutzi
letztendlich hat jeder opfer bringen müßen egal ob ost oder west.
find schon das man zumindest hier in thüringen ziemlich hohe lebenshaltungskosten hat. am deutlichsten sieht man es am spritpreis, egal wo ich hinfahre meist ist es billiger.