MW2 größter Erfolg aller Zeiten – drittes Entwicklerteam für CoD Franchise
Für Publisher Activision sind zwei Studios für die Entwicklung und mittlerweile jährlichen Release der Call of Duty Serie offenbar nicht mehr ausreichend. Im Gespräch mit der Los Angeles Times gab Activision bekannt, dass ab sofort ein drittes Entwickler-Team neben Infinity Ward und Treyarch für die Call of Duty Serie zuständig sein wird; machte jedoch keinerlei Angaben darüber, warum und mit wem man das Franchise erweitern und welchen Part das dritte Studio übernehmen wird.
Activision verfügt über eine handvoll Entwickler welche bereits am Call of Duty Content gearbeitet haben, darunter Nintendo DS Entwickler
"n-Space", der drei Portierungen auf das tragbare System vornahm oder den Multiplayerkarten-Spezialisten
"Certain Affinity", der Treyarch bei Call of Duty: World at War unterstützt hat. Der Publisher besitzt außerdem eine Reihe weiterer Studios mit Egoshooter-Erfahrung wie
"Raven Software" (Wolfenstein, Singularity) und
"High-Moon Studios" (Darkwatch), sollte er sich dafür entscheiden einen Entwickler für die Call of Duty Serie abzustellen, der sich bereits in seinem Alleineigentum befindet. Vielleicht wurde sogar das erst kürzlich gegründete Studio "Sledgehammer Games" für diese Aufgabe vorgesehen, dessen neue Mitarbeiter Dank der früheren Mitarbeit an "Dead Space" das CoD Franchise in eine futuristischere Richtung führen könnte.
Der Einsatz eines dritten Entwicklerteams kann vielerlei bedeuten. Eine Möglichkeit wäre, dass Treyarch und Infinity Ward für die Entwicklung neuer Kernteile der Serie zukünftig 3 statt bisher 2 Jahre Zeit zur Verfügung hätten; denkbar könnte jedoch auch ein schnellerer, halbjährlicher Release ähnlich der Guitar Hero Serie sein. Sehr wahrscheinlich ist jedoch, dass Activision seine Teams erweitert um sich stärker auf ein neues Geschäftsmodell für die Erfolgsserie Call of Duty fokussieren zu können. Damit verfolgen sie konsequent die vor einiger Zeit eingeschlagene Strategie, das letzte Quentchen Kohle aus der Call of Duty Serie herauszuholen.
CEO Bobby Kotick hatte in der Vergangenheit bereits darüber
nachgedacht, den Verkaufsschlager Call of Duty in eine Massive Multiplayer Online (MMO) Richtung zu führen. Auch Finanzchef Thomas Tippl gab während der
Capital Markets Conference in New York bekannt, dass man derzeit die Möglichkeiten für zahlungspflichtige Online-Geschäftsmodelle auch für das Call of Duty Franchise prüfe.
Den Anfang dieser Entwicklung begründete das bei "Call of Duty 4: Modern Warfare" erstmals eingeführte, für die Konsolen xbox360 und Playstation 3 kostenpflichtige Map-Pack, welches für 9,99 US$ vier zusätzliche Karten des Entwicklers für den Mehrspieler-Modus enthielt und Monate nach der eigentlichen Neuerscheinung für zusätzliche Umsätze in beachtlicher Höhe sorgte.
Für das danach erschienene "Call of Duty: World at War", dem fünften Teil der Serie, vermarktete man im Abstand von einigen Monaten sogar deren drei und konnte aus diesen kostenpflichtigen Zusatzpaketen weitere Gewinne in Millionenhöhe einfahren.
Besitzer der PC Version hatten in der Vergangenheit durch die vom Entwickler bereitgestellten Modtools ihre eigenen und für alle PC Spieler kostenlosen Inhalte erschaffen, woraus sich eine sehr kreative Community rund um das Mappen und Modden entwickelte. Die offiziellen Zusatzpakete des Entwicklers für CoD4 und CoD5 erhielt die PC Plattform bislang kostenlos – dies jedoch nur dank dem Sponsoring großer PC-orientierter Unternehmen wie Grafikkarten-Hersteller Nvidia oder Chip-Entwickler Intel sowie dem Mangel an einer geeigneten Infrastruktur welche es ermöglichen würde, Downloads für die PC Plattform kostenpflichtig zu machen.
Dies ist spätestens mit Release von Call of Duty: Modern Warfare 2 vorbei. Dank des neu eingeführten IW-Nets für den Multiplayer, welches auf dem Peer2Peer Prinzip ähnlich dem der Konsolen basiert und dem Entwickler dadurch volle Kontrolle über diesen Bereich ermöglicht, verfügt Activision nun auch über die Möglichkeit, die PC Spieler für Zusatz-Content ebenfalls zur Kasse zu bitten. Karten und Modifikationen der Community sind vom Entwickler nicht mehr erwünscht, der seine eigenen Produkte nunmehr auch auf der PC Plattform kostenpflichtig vermarkten will. Noch dazu wurden einzigartige Features der PC Version aus Zeit- und Kostengründen nicht mehr eingebaut und diese so dem schlechteren Niveau der Konsolen-Ausgabe angeglichen.
Doch die Rechnung ging trotz dieser massiven Änderungen auf: Modern Warfare 2 hat wie erwartet innerhalb der ersten Woche den größten Umsatz aller Zeiten eingefahren. Laut einem
Bericht der Los Angeles Times verkauften sich innerhalb nur weniger Tage über 8 Millionen Exemplare bei einem Umsatz von satten 550 Millionen US-Dollar. Insgesamt wird ein weltweiter Verkauf von bis zu 20 Millionen Einheiten erwartet, was einem Gesamt-Umsatz von über einer Billion US-Dollar entspricht. Auch wenn die Verkaufserlöse auf der PC Plattform mit einem Anteil von 6% an den Gesamtumsätzen weltweit eingebrochen sind, kann der Publisher dies angesichts des Rekorderlöses durchaus verschmerzen. Viele Publisher verfolgen derzeit sehr aufmerksam den Werdegang dieses neuen Konzepts, da Activision mit dem riskanten neuen Kurs wegweisend für die Spieleindustrie werden könnte.
Einen großen Anteil an diesem Erfolg trägt vor allem die erfolgreiche Marketingstrategie und das neue Konzept Activisions, welche mit Call of Duty: Modern Warfare 4 die Barrieren des traditionellen Egoshooters durchbrachen, den Krieg in moderne Zeiten übertrugen und die Spieler mitten hinein in das Geschehen eines Hollywood Blockbusters eintauchen ließen.
Bei reinen Produktionskosten von ca. 50 Millionen US$ und einem Gesamt-Budget von 200 Millionen US$ für die Vermarktung lag der hollywoodreife Release von Call of Duty: Modern Warfare 2 auf gleichem Niveau mit großen Sommer-Kinohits. Für die Marketing und PR Kampagne bediente sich Publisher Activision Blizzard dabei sämtlicher Tricks der modernen Filmindustrie, von Werbeanzeigen und Trailer aus der Feder von Topleuten der Werbebranche über strategische Enthüllungen und Neuigkeiten über Twitter Feeds bis hin zu einer „durchgesickerten“ kontroversen Szene über Flughafen-Terrorismus welche via Youtube viel Medienaufmerksamkeit generierte.
Dass Neuerscheinungen von top Videospielen mittlerweile sogar die Debüts großer Kinohits übertreffen ist ein Zeichen dafür, dass die Spieleindustrie gerade dabei ist eine ernstzunehmende Konkurrenz für die Filmemacher zu werden, auch wenn beide Genres nicht unmittelbar miteinander vergleichbar sind.
Modern Warfare 2 ist zu einem günstigen Zeitpunkt erschienen. Durch die allgemeine Rezession und dem Mangel an heißen Toptiteln sind die Verkaufszahlen im Oktober um 12% gesunken. Activision sah sich bei ihrem neuen Sequel und den Spin-Offs ihres Verkaufsschlagers Guitar Hero mit Verkaufszahlen konfrontiert, die signifikant hinter den Releases der letzten zwei Jahren lagen.
Infinity Wards Erfolg der Vergangenheit ermöglichte ihnen das Spiel mit einer außerordentlich hohen Unabhängigkeit zu entwickeln. Doch Activision bestand darauf, dass Modern Warfare 2 die Features des stabilen Multiplayers seiner Vorgänger erweitern sollte. Das erste Modern Warfare war während der letzten zwei Jahre durchgehend eines der populärsten online gespielten Videospiele, welches die Spieler beschäftigt hielt und weitere Einnahmen erzielte durch herunterladbare Zusatzinhalte.
"Der Multiplayer liefert hunderte oder tausende von Spielstunden für den selben Preis den es kostet, mit der Familie ins Kino zu gehen", so Kotick. "Es ist auch eine Möglichkeit die Herausforderung von gebrauchten Spielen zu addressieren".
Viele Fachleute der Branche verachten den Gebrauchtmarkt weil er den Spieleherstellern kein Geld einbringt. Käufer von Modern Warfare 2 können jedoch ihre CD nicht weiterverkaufen, wenn sie weiterhin mit Freunden online spielen wollen. Fünf Tage nach Release spielten bereits mehr als 8 Millionen Menschen das Spiel online.
Es ist jedoch auch gefährlich wenn ein Titel übermäßigen Wiederholungen ausgesetzt ist, wie Activision dieses Jahr mit Guitar Hero feststellt. Nichtsdestotrotz hält der Publisher an seinen aggressiven Expansionsplänen fest, auch wenn diese neuen Geschäftsmodelle zwar hohe Investitionen im Vorfeld erfordern aber aufgrund der Bereitschaft von Spielern, monatliche Abonnement-Gebühren zu zahlen, enorme Profite versprechen.
Quellen:
Los Angeles Times &
kotaku.com
My best guess, though, is that this new studio is going to focus on that new online thing Activision's been talking about. Whether it's a MMO or not, this studio's purpose will most likely boil down to finding new ways to rip off gamers.
Treyarch: We make CoD games set in the past
IW: We make modernized CoD games
Whoever: We make space marine CoD games.
All three: Together we are the holy trinity.